Montag, 6. April 2009

Sikkim

Sikkim war genauso wir Nepal bis es von China und Indien in den 60er Jahren umkämpft wurde ein Königreich. Heute gehört es offiziell zu Indien. Die Grenzen werden aber von China nicht wirklich und in vollem Umfang akzeptiert, da es selbst Ansprüche auf Teile von Sikkim hegt. Daher braucht man als ausländischer Tourist für die Einreise in den Staat Sikkim eine Erlaubnis, und kann sich auch nicht überallhin begeben. Die militärische Präsenz dort ist natürlich sehr hoch. Als ein Staat von Indien ist Sikkim einer der saubersten, was man auch bemerkt, wenn man dort ist. Wir sind in die Hauptstadt nach Gangtok von Darjeeling mit dem Jeep gefahren. Leider hatten wir auch in Gangtok keine tollen Sichten (es liegt auf 1700 Meter Höhe). Trotzdem haben wir die 2 Tage dort genossen, ein buddhistisches Kloster und ein tibetisches Museum besucht und sind mit der Seilbahn gefahren.

       

Von Gangtok aus sind wir dann am 18. März wieder nach New Jalpaiguri, um von dort mit dem Zug nach Kolkata wieder über Nacht zu fahren, wo am 19. März unser Flug nach Kathmandu in Nepal ging. Eigentlich wollten wir in der Nähe von Darjeeling über die Landesgrenze von Indien nach Nepal einreisen, jedoch haben wir von Streiks in Nepal gehört, die die Hauptverkehrsstraßen in Nepal blockierten, sodass es zwar möglich war, die Grenze zu überqueren, nur konnte man danach nicht weiter nach Kathmandu wegen den Blockaden kommen. So haben wir dann noch kurzfristig den Flug aus Kolkata nach Kathmandu gebucht.

Darjeeling

Als wir mit dem Zug an der Endstation in New Jalpaiguri ankamen, ging’s mir wirklich schlecht. Das vorherige Abendbrot in Kolkata war mir nicht so bekommen, obwohl in einem teureren Restaurant gegessen wurde, was mal wieder zeigt, dass teuer nicht unbedingt gut bzw. sauber in Indien heißt!! Somit habe ich dann die anschließende Jeep- und Darjeeling-Toytrain-Fahrt auf eine Höhe von 2100 Metern, wo Darjeeling im Himalaja liegt, auch in keinster Weise genießen können. Das Gute daran war, es war auch nicht wirklich tolles Wetter – total diesig, sodass ich auch nicht die tolle Sicht verpasst habe.

  

Leider hat sich das Wetter in den nächsten vier Tagen unseres Aufenthalts dort nicht geändert, sodass wir keine tollen Blicke auf die 8000er und angeblich auch auf den Mount Everest von dort hatten. Auch die frische Bergluft, die wir uns dort erhofft hatten, war durch die diesig, mit Smog durch viele Jeeps belastete Luft nicht wirklich vorhanden. Wir haben uns dann in den Tagen dort den Zoo angeguckt und sind zu einem Selbsthilfezentrum für tibetische Flüchtlinge gegangen und haben uns einige buddhistische Tempel angeguckt. 

  

   

Am 16. März, wo ich dann wieder einigermaßen erholt von meinen Magen-Darm-Problemen war, sind wir dann weiter nach Sikkim.

Kolkata

Als wir in Kolkata ankamen, hat uns erstmal die Schwüle der Stadt überwältigt. Kolkata (früher Calcutta) ist die drittgrößte Stadt Indiens und liegt im Osten in der Nähe der Grenze zu Bangladesh. Vor 20 Jahren war Kolkata noch eines der modernsten und am meisten blühenden Städte Indiens. Es ist vor allem bekannt für seine vielen intellektuellen Personen, die dort gelebt haben, aus Literatur, Politik und Wissenschaft. Man merkt aber, dass in den letzten 20 Jahren dann nicht mehr so viel passiert ist. Es gibt halt die mächtigen Kolonialbauten überall verteilt. An jeder Ecke gibt es 5 Buchläden und viele Leute können gutes Englisch, aber es gibt kaum bis gar nix modernes zu sehen. Auch bei der Licht- und Bildershow am Victoria Memorial, die wir uns angeschaut haben, gibt es nur 20 Jahre alte Fotos und die Ansage erzählt von Kolkata als der Stadt von gestern, heute und morgen. Nur merkt man das Morgen nicht so richtig, wenn man durch die Straßen schlendert. In einigen Berichten über Kolkata wird auch gesagt, das Städte wie Ahmedabad und Pune, sowie Bangalore Kolkata in Sachen Attraktivität schon längst überholt haben, nicht nur was wirtschaftliche Investitionen anbetrifft, sondern auch kulturelles und soziales Leben. Naja, aber es hat aber trotzdem dadurch irgendwie sein eigenes Flair.

  

   

Am 11. März war Holi (Fest der Farben), was aber leider auch in Kolkata nicht sehr stark gefeiert wurde. Normalerweise wird sich mit Farben beschmissen, bis man ganz bunt ist. Es ist sozusagen eine Farbenschlacht. Nur das in Kolkata, irgendwie nix los war, als wir durch die Straßen zogen, nicht das wir jetzt so unbedingt Lust hatten, mit Farbe beworfen zu werden, aber mal zu sehen, wäre interessant gewesen. Naja, im Endeffekt hat Thomas dann ein wenig Farbe abbekommen.

  

Auf dem Campus hier in der JNU soll Holi richtig super gewesen sein. Alle waren total bunt und gut drauf, was auch daran liegt, dass an diesem Tag hier in den Mensen kein Essen ausgegeben wird, sondern nur ein Getränk namens „Bang“, was als Zutaten bewusstseinserweiternde Mittel hat, die ähnlich wie Marihuana oder Haschisch wirken, sodass viele Leute entweder nur lachend unterwegs waren oder bald irgendwo auf dem Campus rumlagen, weil sie einfach „drauf“ waren.

Am 11. März nachts sind Manu und ich dann wieder mit einem Nachtzug Richtung Darjeeling abgefahren.

Varanasi

Nach ca. 30 Stunden Zugfahrt kamen wir dann am 6. März früh in Varanasi an. Varanasi ist der größte und vielleicht bekannteste Pilgerort für Hindus in Indien und liegt daher natürlich am Ganges. Die Stadt hat unzählige Ghats (hinduistische Tempel am Flussufer), wo die Menschen baden, alles mögliche Waschen, religiöse Feste feiern, Beerdigungen austragen und viele unzählige andere Sachen machen, sodass das Wasser des Ganges dort laut einigen Reiseführern schon einen 100000fach zu hohen Bakteriengehalt hat, als das, was in Deutschland die Grenze darstellt, um ein Gewässer als gesundheitlich bedenklich, wenn man darin badet, zu beschreiben. Somit hat die Stadt ein sehr interessantes Flair.

  

 

Einerseits ist der Straßenverkehr in der Stadt der schlimmste, den ich bis jetzt in Indien erlebt habe, andererseits, hat sie einige nette kleine Gassen, die zwar mit Kuhscheiße, Kühen und anderen Tretmienen voll sind, aber auch nette Cafés und Shops und vor allem Schatten bieten. Viel zu machen gibt’s aber dort auch nicht – man kann sich halt das Geschehen am Ganges angucken, durch die Gassen schlendern und shoppen, mal bei einem Arti (hinduistisches Abendgebet zum Sonnenuntergang, was ich auch schon mal in Rishikesh mitgemacht habe) dabei sein und das war’s dann auch schon. 

  

    

  

Einen Tag sind wir dann auch nach Sarnath gefahren, was einer der vier wichtigen buddhistischen Orte in Indien und Nepal ist, wo heute mehr als 10 verschiedene buddhistische Tempel aus verschiednen asiatischen Ländern stehen.

  

 

Am 8. März sind wir dann mit Christoph und Thomas weiter nach Kolkata mit dem Zug (wieder mal über Nacht) gefahren.

Sonntag, 5. April 2009

Mumbai

Ich war schon ganz gespannt auf Mumbai (früher Bombay), da es ja die Finanz- und Eventmetropole Indiens ist. Außerdem hatte ich von Mumbai wenigstens noch ein paar kleine Erinnerung von vor 20 Jahren, im Gegensatz zu Delhi. Wir sind also über Nacht von Delhi nach Mumbai mit dem Zug gefahren, und kamen gegen Mittag dort an. Nachdem wir uns dann im Hotel niedergelassen hatten, war unsere erste Station dann die Gegend, wo wir vor 20 Jahren gelebt hatten. Nachdem mir Vati noch mal per SMS mitgeteilt hatte, wie das Haus hieß, haben wir es dann auch mit ein paar kleinen Schwierigkeiten gefunden. Leider konnten wir nicht hinein in den Komplex, da auch hier Security das Anwesen sicherte, sodass wir nur von draußen auf die beiden Wolkenkratzer gucken konnten. In der 12. Etage des einen Hauses hatten wir damals ne Wohnung.

  

Danach haben wir uns dann in einem Park ganz in der Nähe ein wenig erholt von der Sonne. Später sind wir dann zum Gateway of India gefahren, um von dort aus ein bisschen durch die Straßen zu schlendern und Abendbrot zu essen.

 

 

Am nächsten Tag sind wir dann mit dem Boot vom Gateway of India zur Elephanta Island gefahren, wo es Höhlen gibt, die früher mal Tempel waren, welche in die Berge hineingebaut wurden. Es soll auch einen großen Elefanten aus Stein mal dort gegeben haben, daher der Name. Er soll jetzt aber in irgendeinem Museum stehen! Natürlich gab es auf den Treppen zu den Höhlen wieder unzählige Souvenirstände, sodass man wirklich fast den ganzen Tag dort als Tourist verbringen kann.

  

  

Als wir dann wieder in Mumbai ankamen, sind wir uns noch das Gebäude des ehemaligen DDR-Konsulats angucken gegangen. Darin befindet sich heute eine Bank und es ist auch um einige Etagen erhöht wurden.

  

Am letzten Tag für Manu und mich in Mumbai sind wir uns dann noch eine Moschee und einen Tempel angucken gegangen, bevor wir Shoppen erst in einem modernen Shoppingcenter und dann auf einem typisch indischen Markt bei uns in der Nähe des Hotels waren. Um Mitternacht fuhr unser Zug dann Richtung Varanasi ab.