Mittwoch, 5. November 2008

Delhi, Agra und Rajasthan

Am 22. Oktober ist Manu früh in Delhi mit dem Flugzeug angekommen. Ich hab sie abgeholt und wir sind zusammen zum Hotel gefahren im Zentrum von Delhi, wo wir dann 3 Tage übernachtet haben. Leider hatte es mit einer Unterkunft hier an der Uni nicht geklappt, aber zum Sightseeing war es ganz gut, im Zentrum zu wohnen. In den drei Tagen sind wir dann ein wenig durch Delhi gefahren und haben uns die eine oder andere Sehenswürdigkeit angeguckt, ich hab ihr die JNU gezeigt und wir waren mit Rachel und Matin essen.









Eigentlich wollten wir danach nach Jaipur fahren, doch als wir im Tourismusbüro wahren, um nach der Zugfahrkarte zu fragen, wurde uns ein Angebot von einer Reise über Agra durch Rajasthan angeboten, die wir einfach nicht ablehnen konnten bzw. man kann es auch so ausdrücken, die uns gekonnt aufgeschwatzt wurde. Naja, somit hatten wir wenigstens keinen Stress mehr mit den Hotels in den Orten und mit den meisten Bus- oder Zugfahrten, da wir die gestellt bekamen.
Somit ging es dann am Samstag den 25.10 nach Agra. Früh sollten wir einen Bus nehmen, für den wir keine Fahrkarte hatten und von dem wir auch nicht wussten, wo er abfahren sollte. Wir wussten nur, dass uns irgendjemand vom Hotel abholt. Mit einer indischen Pünktlichkeit von einer halben Stunde Verspätung kam dann auch jemand, der uns bis zur nächsten größeren Straße begleitete. Dort sahen wir dann ein paar Trauben von wartenden Menschen mit ein paar Touris dazwischen. Ab und zu kamen Busse und ein paar Inder lotsten dann immer ein paar Leute zu den jeweiligen Bussen. So bekamen wir dann nach gefühlten 2 Stunden weiteren Wartens auch einen Bus, der uns nach Agra fuhr. Dort kamen wir dann mittags gegen 14 Uhr an, und nachdem wir dann den Rikshawfahrer abgewimmelt hatte, der uns den ganzen Tag durch die Stadt fahren wollte (für nix) – aber eigentlich uns zu Shops und Läden bringen wollte, worauf wir keinen Bock hatten, sind wir dann erstmal was essen gewesen in einem Restaurant, welches keine Gäste hatte und eher so aussah, als ob hier jemand seit 5 Jahren nicht mehr gegessen hatte. Das Essen war trotzdem gut, nur mussten wir ein wenig lange drauf warten und spurteten danach zum Taj Mahal, um ihn noch vor Sonnenuntergang zu besichtigen. Um schneller reinzukommen, nahmen wir uns einen Guide, der uns auch sehr ausführlich über den Taj Mahal berichtete.




Mehr hatten wir dann in Agra leider nicht mehr geschafft, denn am nächsten morgen ging es weiter mit dem Zug 4:45 früh nach Ranthambhore, wo ein National Park mit Tigern zu besichtigen war. Da wir die Safari am Nachtmittag noch machen wollten, hatten wir uns entschieden so früh loszufahren. Und da es gerade auch die Zeit um Diwali war, waren alle Züge ziemlich voll. 4:30 früh am Bahnhof angekommen, erfuhren wir dann, dass der Zug um 5:15 losfährt, um 5:00, das er 6:15 losfährt, um 6 Uhr, dass er 6:55 losfährt und um 7 Uhr, dass er 7:55 losfährt. Nachdem wir also schon mehr als 4 Stunden wach waren und 3 ½ Stunden auf dem Bahnhof verbracht haben, der immer voller wurde, und uns beim Anblick eines Zuges, der vor unserem einfuhr, schon ganz mulmig wurde, da dass eher einer Käfighaltung glich (und wir hatten keine Sitzplätze), sind wir dann um 8:05 mit unserem Zug, der glücklicherweise etwas leerer war, losgefahren. Gegen 12 Uhr in Ranthambhore angekommen, waren wir sehr froh eine sehr nette Unterkunft vorzufinden.




Haben dann erstmal Mittag gegessen und um 14 Uhr ging’s dann zur Tigersafari. Naja, ich mach keinen großen Hehl draus, wir haben keinen Tiger gesehen. Aber sind ca. 4 Stunden durch die Natur gefahren (vielleicht findet ihr ja einen?!?).






Am Montag den 27.10 sind wir dann weiter vormittags nach Jaipur gefahren. Jaipur ist die Hauptstadt Rajasthans und bekannt für seine Altstadt, die aufgrund ihrer roten Gebäude (durch roten Sandstein, oder Manu…) „Pink City“ genannt wird. Dieses Mal lief mit der Zugfahrt alles normal, wir hatten unsere Plätze in einem klimatisierten Wagen, was natürlich immer zu kalt ist. Mittags in Jaipur angekommen, haben wir die Sachen im Hotel abgelegt und sind dann durch die Stadt geschlendert, um ein wenig rumzubummeln, beim berühmten Lassiwallah Lassi zu trinken, um dann zum Sonnenuntergang auf dem Nargarh Fort zu sein, und einen romantischen Blick auf die Stadt zu erhaschen. Wir wollten unter anderem nach Jaipur, weil uns gesagt wurde, dass Jaipur an Diwali der beste Ort sei, wegen seiner Lichter etc. Und, man kann schon sagen, die Stadt war schon sehr erleuchtet.








Am nächsten Tag, dem 28.10, der eigentliche Tag von Diwali (obwohl das hier wohl ne ganze Woche oder so gefeiert wird) – ist übrigens das Fest des Lichtes und irgendwie so ähnlich wie Neujahr für die Hindus -, haben wir uns dann entschieden ne Stadtrundfahrt zu machen. Glücklicherweise waren wir nur zu viert, so sind wir mit einem Ambassador durch die Gegend getourt, waren auf einem alten Minarette, oder wie das geschrieben wird, sind durch die Altstadt gefahren, haben am Wasserpalast halt gemacht, sind dann auf ein weiteres sehr sehenswertes Fort, namens Amber Fort gefahren, um dann wieder in der Stadt zu enden. Sehr schön. Unsere beiden anderen Mitstadtrundfahrer waren Briten im Alter von 56 und 62, die 4 ½ Monate durch Südasien, China, Australien, Neuseeland und Südamerika reisen. Am Abend von Diwali haben wir uns dann noch mit Toni getroffen, welcher auch an der JNU studiert, aus Leipzig kommt, und gerade auch mit seinen Eltern in Jaipur war. Es wurde dann auch einigermaßen viel Feuerwerk in die Luft geschossen und mit unheimlich lärm machenden Böllern rumgeknallt (will gar nicht wissen, wo und wie die produziert wurden!!!












Am nächsten Tag sind wir dann nach Pushkar gefahren. Das ist ein kleinerer Ort in der Nähe von Ajmer, der an einem See liegt und aufgrund seiner vielen Tempel als „Holy Place“ gilt. Eigentlich, das gleiche, wie Rishikesh, nur an einem See gelegen und nicht am Ganges, aber mit der gleichen Art von Touris ;). Leider konnte ich unsere schöne Unterkunft und die angenehme Luft und den in einer schönen Landschaft gelegenen Ort nicht sehr genießen, da es mir an dem Tag nicht so besonders gut ging. Dafür nutze Manu das „Shoppingparadies“ und meine Abwesenheit sehr gut aus…;)




Am nächsten Tag ging’s dann weiter nach Jodhpur, wo wir mittags losgefahren sind und am Abend angekommen sind. Jodhpur ist bekannt für sein berühmtes Fort (Meherangarh Fort), und seiner „Blue City“. Das ist hier die Altstadt, deren Häuser zu großem Teil hellblau angemalt sind, da dass angeblich kühlend wirken soll bei der Hitze, die in Jodhpur aufgrund der Wüstennähe auch sehr zu spüren war.


Jodhpur haben wir uns dann also am nächsten Tag angeschaut und sind nachts mit dem Bus weiter nach Udaipur gefahren, wo wir leider etwas zu früh ankamen. Unser Hotel hatte früh um 6 noch kein Zimmer frei, sodass wir bis halb neun im Foyer warten mussten, und dann endlich unser Zimmer hatten. Frisch geduscht haben wir uns dann gleich auf in die kleinere Stadt gemacht, die auch sehr schön gelegen ist. Leider hatten wir Pech im größten City Palace Rajasthan, da dort eine Unmenge an Menschen an diesem Samstag, den 1.11.2008 waren, was dazu führte, dass man sich in einem Raum oder Hof nicht wirklich frei bewegen konnte, weil man schon anstehen musste, um durch einen engen Korridor in den nächsten Raum oder Hof zu kommen. Dazu kommen dann die Security Leute, welche die umherschwirrenden Inder, die nicht in der Schlange standen mit Trillerpfeifen anpfiffen, was dem ganzen noch einen tollen schrillen Begleitsound durch den Palace gab. Endlich draußen, haben wir uns dann erstmal ans Wasser bzw. in einen Park gesetzt, um uns ein wenig auszuruhen. Danach sind wir dann weiter zu anderen schönen Plätzen gegangen, wo man gut auf die Stadt gucken kann und haben unseren letzten gemeinsamen Abend bei dieser Reise auf einem Dach verbracht, wo es lecker Essen gab, es gemütlich eingerichtet war und man eine tolle Sicht auf die Stadt hatte.








Am nächsten Morgen ist Manu dann mit dem Bus nach Ahmedabad und dann weiter nach Anand gefahren, und ich habe den Tag noch mit Lesen (für eine Klausur, die ich heute geschrieben habe) und Kricket im Fernsehen schauen in einem Café verbracht, da mein Bus erst am Abend über Nacht nach Delhi fuhr. Als Manu dann schon in Anand war, fuhr auch mein Bus bald ab, sodass ich am Montag, den 3.11. wieder in der JNU ankam.

Diese Reise war zwar irgendwie auch typisch indien-touristisch, aber aufgrund der wirklich beeindruckenden Orte und der vielen interessanten Fahrten durch die Landschaft einfach wunderschön. Hier nun also noch einige der schönsten Momente in Bildern:

















Montag, 13. Oktober 2008

Mussoorie und Rishikesh

Da wir Donnerstag frei hatten, und es Rachels Geburtstag war, haben wir einfach das verlängerte Wochenende genutzt, um wieder einen kleinen Trip zu machen. Rachel, Matin und ich, dazu noch Karen, die aber am Freitag von Mussoorie wieder zurückgefahren ist. Wir sind Mittwoch Nachmittag gegen 16 Uhr in Delhi mit Matins Auto losgefahren, und obwohl es nur ungefähr 250 Kilometer waren, haben wir dafür 10 Stunden gebraucht. Dies liegt vor allem an dem Verkehr, der vor allem in den Städten oft nur zu stockendem Vorwärtskriechen kommt, aber auch daran, dass wir zwei Essenspausen gemacht haben. Nachts angekommen, haben wir dann schon beim Serpentinen hochfahren, die Lichter und den Ausblick nach unten genossen, denn Mussoorie liegt direkt am Anfang des Himalaya auf 2000m Höhe. Am nächsten Tag sind wir dann gegen Mittag aufgestanden, und haben lange gebruncht. Leider war es da schon sehr wolkig, sodass man auch von dem Ausblickspunkt ca. 200m höher, wo wir mit der Seilbahn hingefahren sind, nicht wirklich mehr gesehen hat.

Da wir keinen guten Ausblick hatten, haben wir uns dann einfach aus Spass diese angeblich von irgendeiner altindischen Kultur, mich aber mehr an Roma und Sinti oder Leute aus der Kaukasusregion erinnernden Kostüme angezogen.

Trotzdem haben wir die herbstlichen Temperaturen und die frische Luft als auch den stressfreien Verkehr gegenüber Delhi und die netten Leute sehr genossen. Am nächsten Tag sind wir dann schon um 7 Uhr aufgestanden, da Karen ihren Bus bekommen musste, und siehe da, plötzlich hatten wir super Sonnenschein und eine wunderbare Sicht.

Leider sind wir an dem Tag dann schon nach Rishikesh gefahren, sodass wir nicht wirklich das Wetter mehr genießen konnten, um vielleicht noch zu einem in der Nähe gelegenen Wasserfall oder einfach durch die Berge zu wandern. Das heißt, ich werde auf jeden Fall noch mal dorthin fahren, vielleicht im Frühjahr, weil im Winter es doch wohl zu verschneit und kalt dort oben ist.

Rishikesh ist ein Ort am Ganges, der auf der einen Seite des Ganges eine ganz normale indische Kleinstadt ist, auf der anderen Seite aber haufenweise Ashrams stehen und auch viele Hotels sind. Rishikesh ist ein berühmter Yogaort, sodass dort viele zum Yoga, oder aber auch um spirituelle Einflüsse zu genießen, dorthin kommen. Einerseits hat man somit viele Religionstouristen, andererseits aber auch viele westliche Hippietouristen, die den Ort einfach als Auslebungsort ihrer gechillten und relaxten Art verstehen. An sich ganz schick am Ganges am Anfang des Himalaya gelegen, macht es diesen Ort somit ein wenig sonderbar.

Shiva

Aarti (jeden Tag um 17:30 versammeln sie sich am Ganges vor der Shiva, um zu singen und zu beten. Ein Feuer wird angezündet und kleine Boote mit angezündeten Hindusymbolen werden in den Ganges gesetzt und treiben diesen Flussabwärts) 

Nichtsdestotrotz kann man dort gut entspannen und auch gut essen, was wir die beiden Tage über auch gemacht haben.

Wir haben in einem Ashram übernachtet, wo Rachel vor drei Jahren mal für 5 Wochen gearbeitet hat. Auch die Beatles hatte es schon mal dorthin gezogen, aber der Ashram, wo sie übernachtet haben, ist heute nur noch gut, um Hippies und anderen Bedürftigen Gras und andere Drogen zu verkaufen.

Alles in allem war die Reise sehr erholsam, was man ab und zu auf jeden Fall braucht, wenn man in Delhi wohnt, obwohl wir auf dem JNU Campus schon so etwas wie eine Oase haben. Von Mussoorie nach Rishikes bin ich übrigens mit dem Auto gefahren. Obwohl es nur ca. 50km sind, brauch man doch ganze 2 Stunden. Auch von Rishikesh zurück nach Delhi bin ich die gesamten 9 Stunden für ca. 260km gefahren. Vorher mussten wir aber das Auto anbekommen, denn wir hatten 2 Tage das Licht angelassen, sodass die Batterie runter war. Da die Inder aber sowas wie ein Starterkabel wohl nicht mit sich führen, mussten wir erstmal einige fragen, bis sich dann einer entschied, seine Batterie auszubauen, bei uns anzuschließen, das Auto zu starten, und dann unsere Batterie wieder einzusetzen, dafür braucht es in Indien natürlich mindestens 10 Leute.

Außerhalb der Städte kann man eigentlich einigermaßen fahren, aber wenn es zu Kreuzungen und Städten kommt, dann sind die Straßen erstens meistens so mit Löchern übersät, dass man kaum 10km/h fahren kann, oder aber man steckt im tiefsten Stau fest. Naja, aber irgendwie kommt man immer ans Ziel.

Jetzt heißt es erstmal wieder etwas ernsthafter studieren. Delhi ist weiterhin heiß, und mir gefällt es weiterhin sehr in diesem doch ganz anderem und vielseitigem Land, in dem ich schon einmal 4 Jahre gelebt habe.

Samstag, 4. Oktober 2008

WORLD CUPP 2011

Nein, ich habe mich hier nicht verschrieben, und mein Englisch ist auch noch nicht so schlecht hier in Indien geworden, sondern dies ist der Titel von einem Bollywoodfilm, der über die Kricketweltmeisterschaften 2011 geht. Leider soll der Name „World Cup 2011“ schon patentiert sein oder was weiß ich, sodass man dafür wohl ziemlich viel Geld bezahlen muss, um den auch als Filmtitel zu haben. Und zufälligerweise suchte man weiße Kricketspieler, die im Film für England oder Australien spielen. Somit kam man auf uns „Weiße“ in der JNU zu und erzählte uns von dem Film. Einige von uns haben dann auch spontan zu gesagt, und so auch ich. Aufgrund meiner Zusage habe ich dann die letzten dreieinhalb Tage auf einem Kricketfeld in der Sonne verbracht, um ab und zu zu „Baten“ (so nennt man das Schlagen mit dem Ding (Bat) beim Kricket) und zu „Ballen“ (so nennt man das „Werfen“ des Balles, was nicht wirklich werfen ist, weil Du Deinen Arm gestreckt lassen musst, und deshalb auch das ganze auch nicht „to throw“ heißt, sondern „to ball“. Eigentlich war es ganz lustig dabei zu sein, aber so unprofessionell wie es dort ablief, kann der Film einfach nicht gut werden. Vielleicht liegt es daran, dass es der erste Film für den Direktor bzw. die Direktorin ist. Oder aber es liegt einfach daran, dass wir in Indien sind, und deshalb die Szenen einfach fünf Mal gewechselt werden, bis man wirklich was tut, oder man wird irgendwohin geholt und steht dann dort ne halbe Stunde in der Sonne, ohne das irgendwas passiert und auch keine Kamera läuft oder ähnliches. Naja, trotzdem werde ich mir wohl den Film auf DVD holen, falls er denn wirklich rauskommt, nur um zu sehen, ob aus den schlecht gedrehten und gespielten Szenen wirklich professionelles Kricket rauskommt, denn immerhin sollen es ja die Weltmeisterschaften 2011 zeigen, wo natürlich Indien gewinnt (gegen Pakistan im Finale)!!! Ich war der australische Kricketspieler Simon Katich mit der Nummer 3! Keine Ahnung, ob ich überhaupt ihm ähnlich sah, oder ob er wirklich die Nummer 3 hat, aber ich durfte auch ein wenig ballen und baten, obwohl ich es wirklich nicht richtig konnte, aber, glaubt mir, da gab es andere Charaktere die gefilmt wurden, die noch schlimmer waren. Naja, auf jeden Fall ist Australien das beste Team der Welt schon seit einem Jahrzehnt und gewinnt in diesem Film in der Gruppenphase gegen Indien, wird dann aber natürlich im Halbfinale von Indien geschlagen. Naja, bis auf, dass ich endlich mal ein wenig braun im Gesicht und an den Armen geworden bin (weil man in Indien nicht wirklich seinen Oberkörper zeigen kann, und die Hosen beim Kricket lang sind), und ich für jeden Drehtag gutes Geld bekommen habe, waren es nicht gerade meine schönsten Tage hier in Indien. Aber wenn der Film wirklich rauskommt, und das soll er wohl im Januar oder Februar nächsten Jahres, dann werde ich mir ihn bestimmt angucken und auch auf DVD kaufen, um ihn Euch zu zeigen.
Somit habe ich natürlich die letzte Woche nicht wirklich Uni gehabt, was aber auch nicht schlimm war, da es kurz nach den Midtermexamen war und viele Leute dann erstmal für kurze Zeit nach Hause gefahren sind, oder Urlaub gemacht haben, und wir am Donnerstag auch Feiertag aufgrund Mahatma Gandhis Geburtstag hatten. Nächste Woche ist auch am Donnerstag ein Feiertag und wir haben Freitag frei, was wir wieder nutzen werden, um eine kleine Reise zu machen. Diesmal geht es nach Mussoorie und Rishikesh. Planmäßig fahren wir Mittwochnachmittag los, und kommen am Sonntag wieder zurück. Rachel hat am Donnerstag Geburtstag, deswegen ist es so was wie ein Geburtstagstrip. Es ist beides nicht so weit weg, Mussoorie liegt im Norden am Himalaja auf ca. 2000m Höhe, und man soll einen tollen Ausblick in die eine Richtung auf das „Flachland“ und in die andere Richtung auf 7000m hohe Berge haben. Rishikesh ist ein bekannter Yoga-Ort am Ganges, wo Rachel schon mal ein Praktikum in einem Ashram gemacht hat. Naja, wir werden sehen, wie das wird und ich werde bestimmt auch wieder hier davon berichten.

Lasst es Euch allen gut gehen. Mir geht es weiterhin bestens!!!

FSA Elections

An einem Sonntagabend trafen sich so um die 50 ausländische Studenten, die meisten davon „Fresher“, also Studenten, die erst seit diesem Semester da sind. Wir hatten eigentlich gedacht, dass wir da sind, um den neuen FSA Präsidenten zu wählen, aber der aktuelle Präsident wurde nur von Leuten angegriffen, dass er seine Arbeit nicht ordentlich gemacht hätte, dieser wiederum verteidigte sich für seine Arbeit und wurde von ein paar anderen dafür unterstützt. Im Endeffekt wurde dieses treffen als informell angesehen, da weder der Präsident diese Vollversammlung der ausländischen Studenten angekündigt hatte, noch eine geforderte Anzahl von Unterschriften gesammelt wurde, um ohne den Präsidenten eine Versammlung zu fordern, laut Konstitution. Somit wurde die Wahl des Präsidenten dann auf vier Tage später verlegt, wie der Präsident ankündigte. Während schon an diesem Tag sich einige verhielten wie Kinder, und nicht ordentlich miteinander diskutieren und umgehen konnte, wurde es dann am besagten Donnerstag vier Tage später noch viel schlimme. Dort waren dann ca. 75 Leute anwesend, wobei gleich am Anfang erklärt wurde, dass diese Vollversammlung auch nicht verfassungsmäßig ist, weil es nicht 1 Woche vorher und für jeden in der Uni sichtbar angekündigt wurde. Nichtsdestotrotz dankte der aktuelle Präsident ab, was noch mehr Chaos verursachte, weil die eine Fraktion meinte, wir müssen heute wählen, die anderen meinten wir sollten schon nach Regeln spielen, und nicht heute wählen, wobei jedoch die Diskussion in eine Art Theater ausartete, wo jeder nach vorne rannte, der was sagen wollte, und dann nur noch persönliche Beleidigungen durch den Raum zu werfen. Eigentlich war ich von dem ganzen schon genervt, und viele andere sahen auch keinen wirklich Ausweg aus dem Chaos, bis sich dann irgendwie 6 Leute gefunden haben, die sich als Wahlkommittee ausgaben und dann vorgeschlagen haben, dass wir die Wahlen zum Präsidenten, Vizepräsidenten, General Secretary und Joint Secretary eine Woche später machen und sich das Wahlkommittee um die gesamt Organisation kümmert, damit alles geordnet und verfassungsmäßig über die Bühne geht. Das wurde dann allgemein akzeptiert. Natürlich war ich in diesem Wahlkommittee vertreten zusammen mit Chris (Kenia), Sayed (Ägypten), Dinesh (Nepal), Addah (Ghana) und Rachel (USA). Wir saßen dann noch an diesem Abend zusammen und diskutierten, wie wir die Poster und die Ankündigungen für die Wahl am besten publik machen können. Dies lief noch alles ganz gut ab. Doch in der Woche bis zur Wahl passierten dann noch einige Dinge, die wieder dazu führten, dass wir unendliche Diskussionen auch im Wahlkommittee hatten. Zuerst organisierten Chris und Sayed ein Treffen, wo sie versuchten einen Gegenkandidaten für Rob, der als Präsident kandidieren wollte, aber bis dahin wohl als einziger dies tat, zu finden, weil sie ihn nicht wollten. Jedoch hatten wir noch bei der Versammlung versprochen, dass wir neutral handeln werden und auch nicht für irgendwelche Positionen antreten, damit wir auch garantieren können, dass wir als Wahlkommittee nicht parteiisch sind. Somit wollten wir dann Chris und Sayed überzeugen aus dem Wahlkommittee zurückzutreten, weil Rob und seine Unterstützer dies als nicht korrekt ansahen für das Wahlkommittee, und dies bei der Vollversammlung anprangern wollten, was wieder zu Chaos geführt hätte, aber Chris und Sayed wollten nicht zurücktreten. Am nächsten Tag trat Dinesh zurück, um als Präsident zu kandidieren, was wiederum gegen uns sprach, und vor allem Addah war damit überhaupt nicht einverstanden und wir hatten dann einen Tag vor der Wahl noch eine fast wieder ausschreitende Diskussion im Wahlkommittee, wo vor allem Addah und Chris sehr persönlich wurden. Im Endeffekt wollten wir dann die Vollversammlung entscheiden lassen, ob Dinesh antreten darf oder nicht. Somit versuchten wir dann nur noch den nächsten Tag durchzuorganisieren, wobei wir die erste Stunde für Reden der Kandidaten und anschließende Fragen zur Verfügung stellten und dann eine Stunde für die geheime Wahl vorsahen. Wir haben dann noch festgelegt, dass wir am Anfang darüber abstimmen werden, dass wir jeden rausschmeißen der jemandem beim Sprechen ohne Aufforderung unterbricht, damit wir eine gewisse Ordnung garantieren können. Dies wurde dann auch sofort begrüßt am nächsten Tag. Ich wurde vom Wahlkommittee dann als „Chairman“ für den Tag ausgewählt, und durfte somit die Reden und die Wahl leiten. Es kamen diesmal ca. 100 Leute zur Versammlung und diesmal lief alles viel geordneter ab. Wir führten Redenslisten und jeder hatte begrenzte Zeit zum Reden und am Ende konnten wir dann auch ordnungsgemäß zur Wahl schreiten. Alles ganz anders als die chaotischen Treffen vorher. Bei der Wahl nahmen dann 150 ausländische Studenten teil, was zwar nicht mal 50% der gesamten ausländischen Studenten hier an der JNU sind, jedoch die größte Teilnehmerzahl seit einigen Jahren war. Am Endeffekt wurde Dinesh (Nepal) als Präsident gewählt, Nemat (Iran) als Vizepräsident), Sripali (Sri Lanka) als General Secretary und Sayyora (Usbekistan) als Joint Secretary. Nach der Wahl und der Mitteilung des Ergebnisses haben wir dann als Wahlkommittee sehr viel Dank bekommen und Respekt, dass wir das sehr gut und ordentlich über die Bühne gebracht haben und wir endlich wieder einen ordentliche gewählten Präsidenten haben, der auch seiner Aufgabe nachgehen kann.
Seitdem hatten wir dann schon ein FSA Iftar (das Abendessen, was es für die Muslime gibt zum Sonnenuntergang beim Ramadan) Party, wo viele gekommen sind und werden diesen Samstag die offizielle FSA Freshers Party haben.
Ich bin froh, dass ich nun nicht mehr dafür verantwortlich bin, denn die Diskussionen im Wahlkommittee waren manchmal schon sehr anstrengend. Doch ich denke, dass ich damit eine sehr gute Erfahrung auch für später gemacht habe, denn man diskutiert nicht so oft mit 6 Leuten aus 6 verschiedenen Ländern und vier verschiedenen Kontinenten, um ein bestimmtes Ereignis zu organisieren. Deshalb bin ich wirklich sehr froh, dass ich das gemacht habe und dass ich um eine tolle, wenn auch etwas anstrengende Erfahrung, reicher bin.

Donnerstag, 18. September 2008

Hohes Fieber

Hallo Leute,

Am Montagabend nach unserem Trip nach Amritsar und Chandigarh fing es dann bei mir schon an. Mein Nacken tat weh und ich fühlte mich ziemlich schlapp. Somit bin ich dann auch gleich ins Bett und hab erstmal geschlafen. Am nächsten Morgen ging’s mir aber nicht viel besser, mein Kopf war noch heißer, und ich hatte totale Gliederschmerzen. Am Nachmittag hat mich dann Matin zum Health Centre hier auf dem Campus gefahren, wo der Arzt dann erstmal mein Fieber mit 103,6 Grad maß (knapp unter 40 Grad). Somit verschrieb er mir gleich eine Spritze, die mein Fieber reduzieren sollte. Besorgen musste man die im Shopping Centre des Campus, wo Matin dann auch hinfuhr. Die Spritze bekam ich dann auch gleich in die rechte Pobacke, und nachdem ich dann eine halbe Stunde mit Eisbeutel auf der Stirn dagelegen hatte, und mein Fieber auf 101 Grad (38,3) gesunken war, durfte ich dann auch wieder zurück ins Hostel. Dort wurde ich dann mit Wadenwickel und anderen Kühlungsmaßnahmen von verschiedensten Leuten versorgt. Jedoch stieg mein Fieber noch mal auf 104 (40) Grad. Der Arzt verschrieb mir Paracetamol und so ne Vitamintabletten. Am nächsten Morgen war das Fieber auch schon wieder etwas gesunken. Ich sollte dann am Morgen Urin und Blut abgeben, um festzustellen, welche Art von Virus ich mir da eingefangen hatte. Am Nachmittag war dann klar, dass ich kein Dengue habe, sondern eine einfache virusartige Infektion. Mein Fieber ist auch seit gestern wieder einigermaßen gesunken, d.h. ich habe nur noch leicht erhöhte Temperatur.

Durch diesen kurzen krankheitsbedingten Ausfall habe ich auch gleich mal meine erste „Midterm“-Prüfung am Mittwoch verpasst zu „Peace and Conflict Resolution“. Muss noch mit dem Prof klären, wann und wie ich die nachholen kann. Meine nächsten Prüfungen sind dann am Montag (22. – Theory of International Relations), Donnerstag (25. – Russian Political System) und Dienstag (30. – Indian Political System). Ich habe zwar die letzten zwei Wochen viel in der Bibliothek verbracht, doch da habe ich eher an meinen Hausarbeiten für die FU in Berlin fürs letzte Semester gearbeitet, was ich auch noch bis zum Ende dieses Monats weiterhin tun werde, sodass meine Midterm-Prüfungen nicht so gut ausfallen werden, was ich aber dann bei den Finals wieder rausholen will.

So, somit wieder einiges von mir. Heute Abend sind hoffentlich endlich die Wahlen zum Präsidenten des FSA (Foreign Student Association), was auch eine große Vorgeschichte hat, die ich Euch mitteilen werde, sobald der Präsident gewählt wurde.


Also, lasst es Euch gut gehen.


Grüße aus dem langsam abkühlenden Delhi.

Amritsar und Chandigarh

Hallo Leute,

es tut mir leid, dass ich mich lange nicht mehr gemeldet habe, aber es ist bis auf die letzte Woche nicht wirklich viel passiert.

Am Freitag den 12. September bin ich mit Verena aus München, Eliette und Mathieu aus Frankreich von Delhi mit dem Zug nach Amritsar gefahren. Wir hatten Tickets für die zweite Klasse. Bei Eliette und Mathieu standen die Wagennummern C1 und C8 auf den Tickets, wir hatten WL, obwohl wir die gleiche Klasse hatten. Naja, nichts Böses denkend, haben wir einfach gedacht, dass es wohl mehrere verschiedene zweite Klasse Wagen geben würde, bis wir dann auf dem Bahnsteig erfuhren, dass wir unsere WL-Tickets erst „confirm“en müssen. Hm, und plötzlich macht es bei Schnelldenker Felix klick und aus dem „Was ist eigentlich WL?“, wird auf einmal „WL = Waiting List“. Ja, in Indien werden die Züge immer überbesetzt, weil viele oft nicht kommen, obwohl gebucht. Keine Ahnung, warum uns der Typ am Ticketschalter das nicht schon beim Kauf gesagt hatte, aber sich darüber aufzuregen, war sowieso zu spät. Somit spurteten wir halb geschockt von der Erkenntnis über WL in die Mitte des Bahnsteigs, wo unendlich lange Listen aushangen, keine Ahnung ob alle für den gleichen Zug waren oder nicht, auf jeden Fall waren es eine Menge . Zu unserem Glück waren wir auf der Liste und hatten Plätze im Wagen C6!

Die Zugfahrt an sich machte dann alles wieder vergessen. Nicht nur, dass wir Klimaanlage hatten, die zwar auf Dauer auch ganz schön kalt sein kann, wenn man nicht Pulli, Socken und feste Schuhe anzieht, sondern auch die Verpflegung kann sich sehen lassen. Es gab insgesamt 4 Gänge. Am Anfang ein Sandwich und etwas Süßes, danach eine kleine Suppe. Daraufhin folgte eine echte Mahlzeit mit Reis, Daal, Naan und je nach dem vegetarisch oder Chicken. Zu guter Letzt bekam man als Nachspeise Vanilleeis.

Angekommen gegen 23 Uhr in Amritsar, was im Norden Indiens im Staat Punjab in der Nähe der pakistanischen Grenze liegt, machten wir uns gleich auf Richtung Goldenen Tempel, was die Hauptattraktion dieser Stadt ist. In einem benachbarten Tempel fanden wir dann auch Unterkunft, wo schon eine Freundin von Verena, die ebenfalls Verena hieß, schon auf uns wartete. Die Unterkunft war kostenlos, und so schliefen wir zu fünft auf drei zusammengestellten Betten. Am Ende gibt man zwar eine kleine Gage, aber an sich ist die Unterkunft in dem Tempel kostenlos. Vielleicht auch deshalb, weil man erstmal die ganzen Käfer und Insekten, die aus den Matratzen kommen, entfernen bzw. sich mit ihnen anfreunden muss.

Am nächsten Tag haben wir uns dann den Goldenen Tempel angeguckt. Man muss dazu sagen, dass es der Sikh-Tempel ist. Den die Hindus haben in der Stadt noch einen ähnlichen Tempel einfach nachgebaut, der aber lange nicht so golden und so schön ist. Der Goldene Tempel ist ein sehr berühmter Ort, wo viele Sikhs hinpilgern. Es haben sehr viele Menschen einfach vor dem Tempel auf dem Boden geschlafen, oder auch in dem benachbarten Tempel auf dem Boden.


Die Stadt Amritsar an sich ist nicht so spektakulär, typisch indisch – dreckig, hektisch, voll und laut.

Am Abend sind wir dann Richtung pakistanischer Grenze gefahren, da dort zum Sonnenuntergang immer eine Art Show der Grenzsoldaten stattfindet. Auf beiden Seiten der Grenze sind Tribünen aufgebaut, jedoch an diesem Tag war nur die indische Seite wirklich richtig voll, da ja noch Ramadan ist, und in Pakistan somit noch gefastet wird. Daher war der Besucherandrang auf pakistanischer Seite nicht so groß. Das Spektakel an sich, fand ich eher lächerlich als spektakulär. Während ein „Stadionsprecher“ in sein Mikrofon immer verschiedene Formen von „Lang lebe Indien“ rief und die Antwort von den vielleicht 3000 Indern immer zurück geschrieen wurde, marschierten immer wieder einzeln indische und pakistanische Soldaten von ihren Seiten auf die Grenze zu, wobei sie dabei ihre Beine unmenschlich hoch strecken und unsanft wieder aufkommen lassen. Das Ganze endet dann nach ca. 20 Minuten mit dem Einholen der jeweiligen Fahnen!

Am Sonntag sind Verena und ich dann noch nach Chandigarh gefahren. Eigentlich hatten wir das nur vor, weil Mathilde auch dorthin wollte. Nur haben sich ihre Planung und die Zusammensetzung der Reisegruppe mindestens drei Mal geändert, sodass Mathilde erst gar nicht mit nach Amritsar gekommen ist, und Verena und ich dann alleine nach Chandigarh gefahren sind. An die 6 Stunden Busfahrt dorthin, werden sich meine Knie noch lange erinnern.

Chandigarh ist eine Stadt, geplant von einem frz. Architekten, der zeigen wollte, dass man in Indien auch in einer geordneten Stadt leben kann. Im Prinzip ist die Stadt auch wesentlich ordentlicher, aber es wohnen halt immer noch Inder drin, sodass sie doch irgendwie unecht wirkt. Sie ist auch nicht wirklich spektakulär, sodass ich Euch hier nur ein paar Bilder vom Rockgarden zeige, der eindrucksvoll ist.